Grundriss zeichnen und Wohnfläche berechnen: So gelingt der Plan
Maße aufnehmen, Grundriss zeichnen, Wohnfläche nachvollziehen: Anleitung mit Hinweisen zu Dachschrägen, Balkonen und typischen Fehlern.
Kurz gesagt: Für einen brauchbaren Grundriss genügt ein Messgerät und etwas Systematik. Die Wohnfläche ergibt sich aus den Raumgrundflächen, wobei Dachschrägen und Balkone nur anteilig zählen.
Wofür man einen Grundriss braucht
Ein Grundriss zeigt die Aufteilung einer Wohnung oder eines Gebäudes von oben: Wände, Türen, Fenster und Räume mit Maßen. Er wird gebraucht für Exposés, Umzugs- und Umbauplanung, die Möblierung oder die Dokumentation eines Bestands.
Schritt 1: Maße aufnehmen
- Außenmaße zuerst: Gesamtlänge und -breite des Grundrisses geben den Rahmen.
- Raum für Raum: Länge und Breite an mehreren Stellen messen; bei unregelmäßigen Räumen Eckpunkte notieren.
- Wandstärken: Innen- und Außenwände unterscheiden, Türdurchgänge mitmessen.
- Öffnungen: Position, Breite und Brüstungshöhe von Türen und Fenstern erfassen.
- Skizze: Vorab eine Handskizze anfertigen und Maße eintragen.
Schritt 2: Im Browser zeichnen
Im Grundrisszeichner von ollify.de werden Wände direkt gezeichnet – Außen-, tragende und Innenwände. Räume lassen sich als Rechteck, L-Form oder Polygon anlegen, Türen und Fenster rasten in der Wand ein, eine Maßlinie und Texte ergänzen den Plan. Ein Fangraster hilft, sauber zu zeichnen; Rückgängig und Wiederholen erleichtern das Korrigieren. Die Bedienung erfolgt per Maus, am besten am Computer.
Wie wird die Wohnfläche berechnet?
Grundlage ist die Grundfläche der Räume, gemessen an den lichten Maßen, also ohne die Wandstärke. Bei der Anrechnung unterscheidet die Wohnflächenverordnung in der Regel nach Höhe und Art:
- Flächen mit mindestens 2 m lichter Höhe zählen voll.
- Flächen mit mindestens 1 m und weniger als 2 m Höhe zählen zur Hälfte, Flächen unter 1 m nicht.
- Balkone, Loggien und Terrassen werden in der Regel mit einem Viertel, höchstens zur Hälfte angerechnet.
- Wintergärten und ähnliche, nach allen Seiten geschlossene Räume zählen in der Regel zur Hälfte.
Die Anwendung berechnet die Wohnfläche aus den gezeichneten Räumen und ergänzt eine automatische Bemaßung mit Außenmaßkette, Öffnungs- und Raummaßen. Die Berechnung dient der Orientierung; für verbindliche Angaben gelten die jeweils anzuwendenden Vorschriften und die vertraglichen Vereinbarungen.
Schritt 3: Möblieren und in 3D ansehen
Ein Möbelkatalog für Wohnen, Küche, Bad, Keller und Außenbereich erlaubt es, die Aufteilung zu prüfen; die Möblierung lässt sich ein- und ausblenden. In der 3D-Ansicht zeigt sich, ob Wege frei bleiben und Proportionen stimmen. Darstellungen gibt es farbig, technisch (DIN) und als Schraffur.
Typische Fehler
- Außen- und Innenmaße verwechselt.
- Wandstärken nicht berücksichtigt, sodass die Summe der Räume nicht zum Außenmaß passt.
- Dachschrägen komplett als Wohnfläche gerechnet.
- Balkon mit voller Fläche angesetzt.
Die Live-Demo zeigt einen Beispielgrundriss; Speicherstände bleiben in Ihrem Browser, JSON-Import und -Export sind möglich.
Hinweis: Dieser Ratgeber gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung. Maßgeblich sind der Vertrag und die Rechtslage im Einzelfall.